Problem Solving im Engineering

Den Anlauf retten - jedoch nachhaltig

In meinem letzten Post habe ich von gehäuften Anfragen für Strategiearbeit gesprochen. Was sich seit einem Jahr ebenfalls auffällig häuft, sind Problemsolvings, entweder intern oder bei Lieferanten, meist im Anlauf.
Noch vor drei, vier Jahren ging es häufiger um „Wie führen wir Systems Engineering sauber ein", oder um den Aufbau von Design-for-Reliability oder DRBFM als Standardmethodik. Es wurde auch in Methodenausbildungen investiert, die jedoch schon vor ca. zwei Jahren heruntergefahren wurden.

Jetzt geht es um: schnell den Anlauf retten.

Problemlösen unter Druck verlangt eine andere Reihenfolge: erst Ursache verstehen, dann abstellen. Und es verlangt Ehrlichkeit darüber, dass manches Problem eine systemische Ursache hat. Manchmal ist es eine Entscheidung, die zu früh oder mit falschen Annahmen getroffen wurde.

Diese nachgelagerte Analyse braucht Raum, den der akute Druck selten hergibt. Wer im Anlauf-Rettungsmodus steckt, hat kaum Kapazität, die eigentliche Entscheidung in Frage zu stellen, die zum Problem geführt hat.

Ein Ausweg entsteht selten durch mehr Tempo im Abstellen. Er entsteht, wenn die Ursachenanalyse fester Bestandteil des Engineeringprozesses wird und nicht als Sonderaufgabe im Krisenfall: als Routine, die auch unter Druck ihren Platz behält.

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